Seit dieser Saison sponsoren wir den SV Schwaig Abteilung Volleyball der 2. Bundesliga.
Die Zusammenarbeit gestaltet sich fantastisch. Hier finden Sie einen Blog der Mannschaft des SV Schwaig.

"Irgendwie ist das total komisch sich jetzt so ohne Trampolin aufzuwärmen!"
Hans-Peter Nürnberger, der Kapitän des Zweitliga Volleyball Teams des SV Schwaig ärgert sich kurz vor Saisonbeginn über das Aufwärmprozedere auf einem Vorbereitungsturnier für die neue Saison.
Was in den letzten Jahren kein Spieler angezweifelt hat, wurde durch den Kontakt zum "Trampolinladen" aus Bamberg komplett auf den Kopf gestellt. Mobilisieren - Dehnen - Laufen stellte bisher das Aufwärmprogramm der Mannschaft dar, bis zu dem Dienstagabend, an dem Uwe Natterer mit Tochter Sabrina auf die Spieler des SV Schwaig traf. Bestückt mit vier Trampolinen der Marke "Belicon" betraten die beiden die Halle, um ganz ungezwungen dem Team und vor allem dem Trainer einige Grundübungen am Trampolin vorzustellen.
Nach kurzer Zeit schon waren alle vier Trampoline in Gebrauch, jeder wollte sich selbst von dem Effekt des "Schwingen" überzeugen. Beginnend mit dem einfachen Schwingen im stehen, mit leicht angewinkelten Beinen standen stets vier Spieler auf den Trampolinen - mit einem breiten Lächeln im Gesicht.
Das Lächeln an sich macht das Training mit dem Trampolin so besonders. "Irgendwie ist das komisch. Wenn ich auf dem Trampolin stehe und mit den Übungen beginne, schleicht sich automatisch ein Lächeln auf mein Gesicht", erklärt Nürnberger. "Außerdem finde ich, es sieht witzig aus, wenn vier Leute auf solchen Trampolinen stehen und sich auf und ab bewegen", so der Diagonalspieler des SVS weiter.
Zu Beginn waren es die einfachen Übungen, die den allesamt durchtrainierten Spielern teilweise schon Probleme bereiteten. Einfaches Schwingen auf einem Bein trennte relativ schnell die "Spreu vom Weizen". "Einige Spieler mussten sich hier an der Hand halten lassen, oder sind umgefallen", beschreibt Nürnberger die ersten Experimente mit den Trampolinen. "Als wir dann auch noch die Augen geschlossen haben, hat es 80 % unserer Spieler zum Wackeln gebracht, einige sind sogar vom Trampolin abgestiegen - unfreiwillig".
"Das hätte natürlich keiner von uns gedacht, dass wir, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt schon 6 Wochen trainiert haben, noch solche teils koordinative teils muskuläre Probleme haben". Nachdem die Natterers die Halle wieder verlassen hatten, freundeten sich die Spieler nach und nach immer mehr mit den Trampolinen an. Die Experimente wurden mutiger, die Übungen ausgefallener.
Die ersten Erfahrungen mit den Übungen, Urteile über die Trampoline und Übungen folgen im nächsten Teil der Berichterstattung.
Es ist schon komisch, wenn man mal 1 knappes halbes Jahr zurück denkt. Damals - im Sommer 2009 - die alte Saison war gerade vorbei, die Spieler hatten ihren 2-wöchigen Urlaub hinter sich gebracht, ging auch schon die Vorbereitung auf die neue Zweitligasaison los. Bisher verlief gerade das Aufwärmen oft nach demselben Schema. Ein paar Runden locker laufen, leichte Dehnund Strechingübungen und schließlich eine kurze Partie Fußball oder "Baggertennis". In dieser Saisonvorbereitung sollte jedoch etwas anders werden als in all den vergangenen Jahren.
Der Trampolinladen in Person von Uwe Natterer, stand gemeinsam mit seiner Geschäftsführerin und Tochter Sabrina Natterer an einem Trainingsabend in der Halle. Die Spieler staunten nicht schlecht, als sie die Halle betraten und die 4 Trampolins hinter dem Feld aufgebaut sahen. "Was soll denn das nun wieder werden" fragte sich nicht nur Jonas Ickerott, Außenangreifer beim SV Schwaig.
Formschön, mit bunten Gummis, stabilem Gestänge und einem erstaunlich leichtem Gewicht standen die Trampoline da, ohne das auch nur ein Spieler ahnte, was nun auf ihn zukommen würde.
Konditionserhöhung, verbesserte Koordination, höhere Sprungkraft - all das verspricht ein regelmäßiges Training mit einem Trampolin aus dem Bamberger Trampolinladen. Skeptisch, aber nicht ohne Ehrgeiz gingen die Spieler an die ersten Übungen, die durch Sabrina Natterer vorgeführt und interpretiert wurden. Kaum zu glauben, doch die erste Übung hieß "Schwingen auf dem Trampolin". Für Leistungssportler, die vier Mal in der Woche für mindestens Zwei Stunden in der Halle trainieren eine vermeintlich "lächerliche" Aufgabe.
Mit leicht angewinkelten Beinen sollten wir aufrecht auf dem Trampolin stehen. Nun mit leichtem Druck die ca. 1m große Fläche des Trampolins zum Schwingen bringen. Dabei jedoch auf die richtige Haltung achten und mit den Füßen nie die Trampolinfläche verlassen. Übung Nr. 1 entpuppte sich als "machbar", obgleich der Eine oder Andere immer wieder in seiner Haltung korrigiert werden musste. Übung Nr. 2 jedoch lieferte uns den beiden Gästen vollends aus und das obwohl sie kurz beschrieben als "Schwingen mit geschlossenen Augen" bezeichnet werden kann.
Kaum zu glauben aber wahr, teilweise standen zwei bis drei Spieler um das Trampolin, um den "Schwingenden" vor dem Absturz zu retten. "Wie kann denn das sein, dass es mich da immer wieder umhaut?" fragt sich einer der Spieler, der scheinbar die Kontrolle über seinen eigenen Körper bei dieser Übung verliert. Schnell wurde deutlich: "Verbesserung des Gleichgewichts" gehört ebenso in die Liste der Gründe die für ein Training mit dem Trampolin sprechen.
So hangelten wir Spieler uns von Übung zu Übung, Schwingen mit gestreckten Armen nach vorne, Schwingen mit gestreckten Armen zur Seite. Dann wieder beides mit geschlossenen Augen - wobei dies nach dem "Desaster" von Übung Nr. 2 schon die meisten nicht mehr versuchten.
Nachdem die Grundübungen erklärt waren und jeder Spieler seine erste Scheu vor dem Trampolin verloren hatte, wurden die Trampolins "für sehr gut" befunden und in das laufende Training mit eingebunden. Trainer Milan Maric gefiel vor allem die Tatsache, dass gerade die im Volleyball etwas größeren Spieler an Koordination und Gleichgewicht arbeiten können, was zur Verletzungsvorbeugung enorm wichtig ist.
Damals noch sehr neu und ungewohnt, ist das Training mit dem Trampolin mittlerweile aus der Halle nicht mehr wegzudenken. Zu Beginn des Trainings bauen die Spieler alle 4 Trainingsgeräte auf und legen auch gleich mit den Aufwärmübungen los. Doch das soll es mit den Übungen noch nicht gewesen sein. Immer wieder entstehen, teilweise bewusst, teilweise durch einen Zufall, neu Übungen.
So z.B. die "Liegestütze mit zwei Trampolins", bei der der Spieler mit den gestreckten Armen auf dem Einen und mit den Beinen auf einem weitern Trampolin stützt und so zu Beginn leicht schwingt, bis er sich schließlich so stark abstößt, bis Hände und Beine die Trampolins verlassen.
Gerade die Spieler über 2m Größe hatten bei der Einführung der Trampoline enorme Probleme mit dem Gleichgewicht - nicht nur bei geschlossenen Augen auf dem Trampolin. Nach ca. 6 Wochen stellten sich die ersten Erfolge ein. Übungen die früher Probleme bereiteten, funktionierten deutlich besser oder konnten länger durchgehalten werden.
Der zum Zeitpunkt der Trampolineinführung frisch an der Leiste operierte Marc Ledendecker setzte das Trampolin zu Rehazwecken ein. Eine verbesserte Durchblutung und das Anregen des Lymphsystems halfen ihm bei seiner schnellen Genesung.
Benjamin Kucera klagte immer wieder über Schmerzen im Fußsohlen bereich. Nicht ganz geklärt woher diese kamen, unterzog auch er sich einer Physiotherapie mit Massagen und Stabilisationsübungen. "Doch erst seit ich auf dem Trampolin, wohlgemerkt barfuss nach dem Training, trainiert habe, merke ich von den Problemen an Fußsohle und Fersenansatz gar nichts mehr".
Ebenfalls hilfreich im Training sind die sog. "Lifelines". Eine Art Gummischnur mit Griffen, ähnlich einem Springseil. Die Lifeline dient zur Unterstützung des Trainings auf dem Trampolin, wobei damit Schwerpunktmäßig die Arm- und Rückenmuskulatur bearbeitet wird. "Ohne komplizierte Befestigungen oder so wird die Lifeline einfach unter dem Trampolin hindurchgefädelt und schon kann es losgehen", erklärt der Mannschaftskapitän Hansi Nürnberger. Leicht schwingend auf dem Trampolin hat der Spieler in beiden Händen je einen Griff der Lifeline. Mit Bewegungen nach oben und unten, vorne und hinten oder rechts und links, kann er so Arm und Rückenmuskulatur stärken und bearbeiten.
Überhaupt hat man das Gefühl, dass man mit dem Trampolin jeden Muskel "irgendwie trainiert", so Nürnberger. "Irgendwie ist bei jedem Schwung alles in Bewegung, der gesamte Körper ist angespannt".
Auffällig für den SV Schwaig ist, dass mit Ausnahme von Zuspieler Dominik Egerer, während der gesamten Saison kein einziger Verletzter zu beklagen ist. In den vergangenen Jahren war das oft anders. Bandverletzungen im Sprunggelenk oder an den Knien waren keine Seltenheit und sind im Volleyball ständig präsent. Ob das Ausbleiben der Verletzungen in Schwaig nun Zufall ist, oder vielleicht auf die andauernde Arbeit mit dem Trampolin zurückzuführen ist bleibt Spekulation - denkbar wäre es jedoch.
Tatsache ist jedoch, mit dem schwachen Tabellenplatz in dieser Saison haben die Trampoline in jedem Fall nichts zu tun. "Spielen müssen wir schon selbst. Zwar helfen uns die Trampoline körperlich Fit zu sein, lieber wäre es mir noch, wenn sie uns auch im Kopf fitter machen würden, so dass wir nicht in den entscheidenden Situationen die Nerven verlieren", so Libero Benjamin Kucera.
Auch an den Heimspielen des SV Schwaig werden die Trampoline des Trampolinladen Bamberg aufgebaut. Die Kinder freut´s, nachdem sie in den Pausen und nach dem Spiel ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen können. Immer wieder springen Kinder und Eltern auf dem Trampolin, nichts ahnend, dass diese Trainingsgerät für die Volleyballer sind.
Dominik Egerer und Benjamin Kucera